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Impuls zu einer ganzheitlichen Lebens- und Wirtschaftsweise

11.02.2015 10:44
von Michael Kistler
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Holistic Life

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und eigentlich bereits schon überholt. Nachhaltigkeit wurde beinahe zum Unwort 2013 gewählt, soviel zur Abnützung des Begriffs. Mittlerweile wird Nachhaltigkeit auch von denen verbraucht, welche ihrem schmutzigen Gebaren ein grünes Mäntelchen umbinden, sogenanntes Greenwashing betreiben.

Der holistische, ganzheitliche Ansatz geht einen Schritt weiter. Er erweitert das Nachhaltigkeitscredo ökoloigsch-ökonomisch-soziale Ballance auf lange Sicht mit weiteren Komponenten: Gesundheit (physisch-psychisch-seelisch), Kultur (Wertbildung). Diese bisher grösstenteils auf die Person zugeschnittenen Eigenschaften werden dabei auch erstmals auf Firmen angewandt.

Die Basis dieser Erweiterung begründet sich, dass alles „Natur“ ist und Naturgesetzen unterworfen ist. Dabei sind nicht nur physische Gesetze, sondern auch verhaltenstypische, psychische Prinzipien und die evolutionären Regeln der Anpassung gemeint. In Betrachtung dieser Naturgesetzte ergibt sich ein logischer Schluss: Der Mensch muss sich seiner Umgebung, der Natur, seiner Natur anpassen. Nicht wie heute praktiziert, die Anpassung der Umgebung (Umwelt) an die Menschheit. Nur so erhält er sich langfristig die Chance, seine Existenz zu sichern.

Ich orientiere mich an den Grundbedürfnissen der Menschen, seinen Ursprüngen, die letzten 190’000 Jahre bis zur Sesshaftigkeit vor ca 10’000 Jahren. In diesem Zeitraum wurden unsere Verhaltensmuster geprägt und genetisch verankert. Was in den letzten rund 5000 Jahren mit dem Erscheinen der Herrschaftssyteme, Patriarchate passierte, oder in den letzten 100-200 Jahren mit der industriell-technologisch-materiellen Gesellschaft, widerspricht dem Naturell des Menschen. Der Mensch reagiert darauf mit psychischer Krankheit und emotionaler Panzerung. Daraus wachsen Neurosen bis zu Psychosen. Menschen mit solchen Krankheiten bezeigen Mühe, Empathie für mit sich selber, anderen und der Natur gegenüber zu empfinden.

Ehemalige vorindoeuropäische, und matrizentrisch organisierte Ur-Völker, welche auf allen Kontinenten ausser Europa noch existent sind, spiegeln die eigentliche Natur der Menschheit, welche über Jahrtausende funktioniert hat. Geburtenkontrolle, soziale Kompetenz, Umsicht, Integration und Wertschätzung (Liebe) von Mensch, Tier und Natur sind unsere eigentlichen grundlegenden Veranlagungen, unsere Anpassungs- und Überlebensstrategie.

Auch in diesen Kulturen gibt es Unstimmigkeiten, Auseinandersetzungen, Streit. Aber nicht im Ausmass von Schändung, Versklavung, Krieg, Vernichtung, Massenmord, usw. Weshalb finden sich bei solchen Urvölkern keine nur Jagt- und keine Kampfwaffen? Keine Bilder von kriegerischen Auseinandersetzungen? Keine Herrschaftssymbole. Warum waren frühe Siedlungen nicht befestigt? Weil sie Krieg nicht kannten, ja nicht einmal das Wort "Streit".

Diese Ur-Kultur war über den ganzen Planet verbreitet. Mittlerweile ist bewiesen, dass vor ca 3500 Jahren die ersten Herrschaftsstrukturen, Kriegervölker, Patriarchate entstanden, welche sich mittels vorher unbekannter Gewalt explosiv verbreiteten. Gründe für diese Entwicklung könnten Ressourcenkonflikte gewesen sein. Die Saharasia These von versucht zu belegen, dass Klimaveränderungen für Wüstenbildung sorgte und die Menschen sich wegen Hungersnöten „radikalisierten“. Entsprechend entwickelte sich eine effiziente, auf Gewalt basierende Gesellschaftsordnung. Diese verbreitetete sich durch Anwendung von Gewalt, Unterdrückung, (Herrsche und Teile) auf der ganzen Welt. Dadurch entstanden die ersten Herrscherdynastien in Aegypten, Meospotamien, usw.

Das war der Fall aus dem Paradies, wie ihn zahlreiche Mythen beschrieben. Daraus folgte die Trennung von Mensch und Natur. Daher rührt unsere gesellschaftliche Krankheit. Wir leben heute mit der Fortsetzung dieser Streitkultur. Mit globaler  Ausbeutung von natürlichen, pflanzlichen, tierischen und humanen Ressourcen. Mit verheerenden Auswirkungen wie Umweltzerstörung, Artensterben, Sklaverei, Armut, Hunger, Krieg.

Heutzutage sind wir jedoch in glücklichen der Lage, diese Entwicklung zu begreifen. Den Ursachen auf den Grund zu gehen, möglicherweise diese Krankheit zu heilen. Indem wir uns auf das Besinnen was wir sind und wozu wir leben: Um gesund, gemeinsam in die Natur eingebettet. Indem wir die Werte unserer vorpatrirachalen Urahnen in die heutige Zeit transformieren. Uns der Natur zuwenden. Indem wir nach Möglichkeit suchen, uns einzubetten in ihre (und unsere) Gesetzmässigkeiten. Das bedeutet neben geistig-psychischer Heilung, eine technologische Umwälzung hin zu natur-integralen Technologien.

Und es ist ein ansteuerbares erreichbares Ziel. Denn die Regeln lassen sich von Naturgesetzen ableiten, sind meist einfach zu verstehen und ergeben deshalb einen Sinn:

  • Menschen sind Sippenwesen, keine Individualisten
  • Menschen haben einen ausgeprägten Sinn für Sozietät, statt Egozentrik
  • Gemeinsame Entscheidungen, Konsens, heute direkte Demokratie, Mitbestimmung statt Herrschaft, Hierarchie (teilen statt herrschen)
  • Diversifizierung und Vielfalt statt Einfalt und Monokultivierung (verbinden statt zerteilen)
  • Akzeptanz, Verständnis und Integration statt Ignoranz und Herabsetzung
  • Schutz der Gemeinschaft
  • Liebe und Zuneigung statt Desintresse und Hass
  • Rhythmen (Tag und Nacht)
  • Zyklen (Jahreszeiten)
  • Evolutionäres Denken, wie passen wir uns an.
  • Symbiosen
  • Diversität, Vielfalt

Das sind die Werkzeuge einer lebenswerten Zukunft, für eine sinnvolle Entwicklung, eine einmalige Chance.

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